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 [GER]Ich würde alles für ihn tun...(Saiyuki, slash)

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sky_fish
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PostSubject: [GER]Ich würde alles für ihn tun...(Saiyuki, slash)   Sun Apr 13, 2008 4:53 pm

Thema: Saiyuki (Manga/Anime)
Genre: Fantasy, Shônen-Ai
Autor: sky_fish
Warnings: OOC, sad
Rating: ab 16
Entstehung: Februar-März 2005
Disclaimer: Die verwendeten Charaktere so wie Namen oder Bezeichnungen sind (fast) alle dem Manga 'Saiyuki' entnommen (Änderungen gehen auf meinen Mist), somit liegen die Rechte einzig und allein bei der Autorin des Mangas und meiner Meinung nach einer der besten Mangakas unter der Sonne: Katsuya Minekura. Ach ja, bevor ich's noch vergesse... was in der Story passiert entsprang meiner Fantasie und ich verdiene auch kein Geld hiermit.
AN: Ursprünglich war diese Story als Mehrteiler angelegt. Leider bin ich nach dem ersten Teil nicht mehr dazu gekommen, weiter zu schreiben, es steht also noch offen, ob das hier ein One-shot bleiben wird oder einmal fortgesetzt wird.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++



Ich würde alles für ihn tun...


Schon wieder so ein verregneter Nachmittag... dabei sah das Wetter heute Morgen noch so vielversprechend aus! Je näher wir gen Westen kommen, desto verrückter scheint das Wetter zu spielen, so kommt es mir zumindest vor. Ob das wohl auch irgendwas mit Gyomaos Erwachen zu tun hat? Was weiß ich... auf jeden Fall hasse ich Regenwetter. Ich werde davon immer ganz deprimiert um nicht schon zu sagen depressiv. Na ja. Und da wir ja alle nicht nass werden wollen haben wir uns wieder mal viel zu früh in einer Herberge einquartiert. Es ist gerade mal Nachmittag! Sanzo und die Anderen spielen drüben im Nebenraum Karten und ich?! Ich darf mal wieder nicht mitspielen. Weil die ollen Pfaffen wieder mal um Geld spielen müssen... Als ob die was in ihren Taschen hätten...

>Glücksspiele sind nichts für kleine dumme Affen!<

Genau das hat Gojo gesagt. Konnte es sich mal wieder nicht verkneifen, die dumme Wasserratte! So ein Fiesling! Na und zuschauen werd ich garantiert nicht! Das ist doch langweilig und die anderen mögen es sowieso nicht, wenn ich ihnen über die Schulter glubsche. Klein-Goku hat sich also aus dem Staub gemacht. Und jetzt sitze ich hier in diesem Zimmer, hocke auf diesem äußerst unbequemen Holzstuhl, langweile mich zu Tode und glotze aus dem Fenster. Als ob das spannend wäre... man sieht sowieso nichts als Regen... Nichts als Regen und ein paar Leute, die hin und wieder durch die Straßen rennen um so schnell wie möglich wieder Schutz vor dem Regen unter einem Dach zu finden. Ansonsten sind die Straßen leer. Die Marktstände wurden abgebaut, da die Ware vom Regen Schaden nehmen würde und auch sonst scheinen die Leute ihre wichtigsten Erledigungen auf Grund des schlechten Wetters einfach verschoben zu haben. Mir ist langweilig, nicht mal Jeep leistet mir hier Gesellschaft...

Die da drüben haben garantiert ihren Spaß. Ich kann es mir genau vorstellen: Hakkai sitzt da mit seinem ewigen Pokerface, grinst blöd vor sich hin, egal ob er gute Karten hat oder nicht und steckt sowieso immer alle in den Sack. Gojo beschuldigt Sanzo, zu betrügen und mault Hakkai blöd an, weil der so doof in der Gegend rumgrinst. Und Sanzo... der lässt sich ebenfalls nichts anmerken, spielt einfach, mit keiner all zu großen Anteilnahme an eventuell aufkommenden Gesprächsthemen und ebenfalls mit Pokerface... Nur dass er nicht lächelt, so wie Hakkai, sondern dreinblickt, als hätte er Regenwürmer oder sonst irgendwas Ekliges verschluckt...

Obwohl... 'Pokerface' kann man das schon gar nicht mehr nennen. So blickt er eigentlich immer drein. Als wäre ihm eine Laus über die Leber gelaufen oder er hätte schlecht geschlafen oder zu wenig gegessen oder so was. Immer muss er so grimmig dreinschauen und ich habe ihn glaube ich noch nie lachen sehen... oder es ist bereits so lange her, dass ich mich einfach nicht mehr daran erinnern kann... irgendwie wirkt er deprimiert... Ich befürchte, das ist ansteckend, ich krieg ja auch bald schon Depressionen deswegen...

Sanzo sieht in letzter Zeit noch blasser aus als sonst. Ich mache mir langsam ernsthafte Sorgen um ihn. Wieso ist er nur immer so gereizt und schlecht gelaunt? Manchmal glaube ich in seinen Augen lesen zu können, dass er am liebsten losheulen würde, doch im nächsten Moment verkloppt er mich wieder mit seinem Eisenfächer und sieht mich böse an. Wahrscheinlich täusche ich mich auch nur, einen heulenden Sanzo kann ich mir auch nur schwer vorstellen, wenn ich ehrlich bin.... Aber er ist noch schweigsamer als sonst. Und das mag was heißen... Ich mache mir wirklich Sorgen um ihn. Aber ich kann ihm wohl nicht helfen. Wie sollte ich auch? Ich bin ihm doch immer nur im Weg. Ich war ihm noch nie eine große Hilfe... dabei würde ich doch...

"Hey, Goku!", plötzlich tippt mir jemand auf die Schulter, ich wende meinen Blick vom Fenster ab und drehe mich um.

Ein junger Mann, Anfang 20 steht vor mir, grün-beige chinesisch geschnittene Klamotten und ein helles Tuch um die linke Schulter gebunden. Dunkelbraune kurze Haare und ein Stirnband, ebenfalls grün. Sein rechtes Auge wird von seinen Stirnfransen verdeckt und ein freundliches Lächeln ziert seine Lippen, wie immer. Cho Hakkai.

"Ah, Hakkai!", meine ich etwa überrascht und sehe ihn an.

"Was machst du hier?", fragt er, gesellt sich neben mich und legt seine Hände auf die Fensterbank.

Sein Blick wandert beim Fenster hinaus. Ich kann aus seinem Gesicht nicht ablesen, ob ihm der Regen etwas ausmacht oder nicht. Immerzu lächelt er, immerzu ist er freundlich und nett. Er ist nie sauer oder mit einer Sache unzufrieden, jedenfalls zeigt er es nicht. Manchmal beneide ich Hakkai. Er scheint ein ewiger Optimist zu sein, so wie er anderen gegenüber auftritt, und das ist er meistens auch. Doch wir wissen, wie er wirklich ist, dass er auch anders sein kann...

Na ja... Mir würde man auch nicht unbedingt zutrauen, so schlecht gelaunt zu sein. Auf Andere wirke ich immer nur wie ein kleines, überdrehtes, nörgelndes Kind, das seinen drei großen Freunden nachläuft und ihnen mit seiner guten Laune und seinem ewigen Hunger auf die Nerven geht. Dabei bin ich schon 18 und könnte auch gut alleine zurecht kommen. Aber wir vier haben nun mal einen Auftrag zu erledigen, der unsere Kooperation erfordert und außerdem habe ich mir geschworen, Sanzo auf ewig treu zu sein. Er soll mich nicht umsonst aus meinem Felsengefängnis geholt haben. Ich will ihm beistehen und ihn auf seiner Reise begleiten, wohin auch immer sie ihn führen wird. Nur langsam bekomme ich Zweifel, ob ich damit das Richtige tue. Ich weiß nicht einmal, ob Sanzo mich überhaupt braucht. Er spricht nicht über solche Sachen. Er redet nicht über Gefühle und Empfindungen. Nicht mit mir und auch mit keinem anderen sonst...

"Ich warte, bis sich endlich etwas ändert...", antworte ich mit Blick aus dem Fenster etwas geistesabwesend auf Hakkais Frage.

"Hm? Was meinst du?", fragt er etwas verdutzt und ich kann spüren, dass er mich von der Seite mustert.

"Häh?", ich habe keine Lust, jetzt darüber zu reden, deshalb tue ich, als würde ich aus meinen Gedanken hochschrecken und werfe Hakkai einen fragenden Blick zu.

"Was hast du gesagt? Tut mir leid, ich hab nicht ganz zugehört...", entgegne ich mit ignorantem Tonfall.

Hakkai sieht mich etwas besorgt an.

"Ist mit dir alles in Ordnung? Du wirkst heute so niedergeschlagen...", meint er und legt mir freundschaftlich eine Hand auf die Schulter.

Ich zwinge mich dazu, ein Lächeln aufzusetzen und versuche, ihn zu beruhigen, wobei ich auch nicht einmal lügen muss: "Ach, das ist nur das Wetter... Es macht mich so müde..."

"Hm... Das verstehe ich... Der Regen macht einen irgendwie traurig, nicht wahr?", meint Hakkai und wirft wieder einen Blick nach draußen auf die verregneten Straßen der Stadt.

"Ja.", stimme ich ihm zu und nicke leicht. Wie recht er doch hat...

Ein paar Minuten lang schweigen wir einfach und lauschen dem Geräusch des Regens, der auf das Dach des Hauses herniederprasselt. Diese sich ständig wiederholende Monotonie hat irgendwie etwas Beruhigendes und ich genieße es nun doch ein wenig, dass es regnet. Dann plötzlich stößt sich Hakkai mit einem leisen Seufzen vom Fenster weg und sieht mich an. Ich erwidere den Blick.

"Ich geh wieder zu den Anderen, nicht, dass sie sich noch an die Gurgel gehen oder so, du weißt ja, Sanzo und Gojo sollte man lieber nicht zu lange allein lassen! Außerdem hab ich Durst! Was ist? Kommst du mit rüber?", fragt er lächelnd.

Ich lehne dankend ab und meine, ich wolle versuchen, ein wenig zu schlafen. Hakkai wünscht mir schöne Träume und verlässt anschließend das Zimmer. Ich höre seine Schritte, wie sie immer leiser werdend den Flur entlangschreiten, eine Tür geöffnet und wieder geschlossen wird und die Geräusche schließlich verstummen. Ich starre noch eine Weile aus dem Fenster, als mir das dann aber doch zu langweilig wird und ich zu Gähnen anfange, beschließe ich tatsächlich, mich für ein paar Stunden schlafen zu legen. Etwas Schlaf kann nie schaden. Ich ziehe mich bis auf T-shirt und Shorts aus und kuschle mich anschließend in das weiche Laken des Bettes. Zum Glück haben wir diesmal Einzelzimmer und ich muss nicht wieder mit Gojo in einem Zimmer übernachten. Das kann wirklich anstrengend sein, ich denke da an Vorfälle wie nächtliche Attentate mit Kissen, unangekündigte Kitzelattacken und desgleichen. Ich schwelge noch ein wenig in Erinnerungen, ein paar Minuten später werden meine Augenlider immer schwerer und schwerer und ich lasse mich von dem gleichmäßigen Geprassel des Regens in den Schlaf wiegen, bis ich schließlich der Realität entschwinde und mich in meine Traumwelt aufmache...

Fortsetzung (inklusive Perspektivenwechsel) im nächsten Post


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PostSubject: Re: [GER]Ich würde alles für ihn tun...(Saiyuki, slash)   Sun Apr 13, 2008 4:54 pm

Ich blicke auf, als Hakkai das Zimmer wieder betritt und sich wieder zu uns an den Tisch setzt. Andächtig ziehe ich an meiner Zigarette und blase den gräulichen Rauch zwischen meinen Zähnen hindurch. Gojo, der mir gegenüber sitzt mischt gerade die Spielkarten und murrt grimmig vor sich hin. Er scheint nicht gerade eine Glückssträhne zu haben. Neugierig wende ich meinen Blick wieder zu Hakkai. Dieser schenkt sich gerade ein neues Glas Wasser ein und trinkt die Hälfte mit einem Zug leer. Dann stellt er das Glas wieder auf dem Tisch ab und seufzt zufrieden.

"Genau das hab ich jetzt gebraucht. Schön erfrischend!", meint er und grinst in die Runde.

Gojo schnauft nur vor sich hin und beginnt die Karten wieder zu verteilen.

"Was ist denn los, Sanzo?", fragt mich Hakkai, als er endlich zu bemerken scheint, dass ich ihn immer noch fragend von der Seite anstarre.

Innerlich verfluche ich ihn gerade. Er weiß ganz genau, was los ist, er weiß ganz genau, was ich ihn in dem Moment gerne fragen würde, und er weiß auch ganz genau, dass es mir schwerfällt. Dennoch lässt er mich hängen und gibt vor, nicht zu wissen, worum es geht. Dabei wissen wir alle hier, dass Hakkai ein sehr einfühlsamer und für die Empfindungen anderer sehr empfänglicher Typ ist.

"Und?", frage ich und sehe ihm durchdringend in die Augen.

"Was 'Und'?", antwortet er nur und grinst mich wissend an.

Ich muss mich regelrecht beherrschen, nicht aufzuspringen und ihm eine zu verpassen, warum bin ich nur immer so schnell gereizt? Doch ich halte mich zurück. Meine Schläge sind nur für Goku und die Wasserratte Gojo gedacht. Und unsere Feinde natürlich. Hakkai hingegen treibt mich zwar auch gelegentlich nahe an den Wahnsinn heran, so auch in diesem Moment, aber ansonsten ist er kein schlechter Kerl. Ich persönlich hab nichts gegen ihn. Ich seufze, als Hakkais Grinsen immer noch nicht aus seinem Gesicht verschwunden ist, verdrehe genervt die Augen und gebe mich letztendlich doch geschlagen. Also wird er meine Frage zu hören kriegen, wenn er damit glücklich ist...

"Wo ist Goku?", will ich von ihm wissen.

"Ach, das meinst du!", wieder dieser scheinheilige Gesichtsausdruck und dieser ganz bestimmte Tonfall, den Hakkai immer dann anschlägt, wenn er das Gefühl hat, jemanden bei einer ihm unangenehmen Sache ertappt zu haben.

Und er hat recht. Es ist mir unangenehm, zuzugeben, dass ich mir Sorgen um unseren Jüngsten mache. Er ist vorhin einfach so ohne Ankündigung verschwunden, dabei zieht er es sonst immer vor, bei uns am Tisch zu sitzen und uns beim Kartenspielen zumindest zuzuschauen, sollte Gojo ihn mit seinen äußerst überflüssigen Kommentaren nicht wieder vergrault haben. Doch dieses Mal ist er wortlos aufgestanden und einfach gegangen. Ist er vielleicht beleidigt? Natürlich war ich zu stolz um mich selbst aufzuraffen und nach ihm zu sehen und so war ich heilfroh, dass dann nach einer Weile doch Hakkai sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Und scheinbar hat er ihn auch gefunden.

"Goku liegt in seinem Zimmer und schläft. Er meint, das Wetter mache ihn schläfrig."

"Ha! Typisch Affe! Kaum wird's etwas ungemütlich, haut er sich aufs Ohr!", macht sich Gojo sofort wieder über Goku lustig und schlägt mit der flachen Hand auf die Tischplatte ein, als wolle er sich somit selbst zu seinem, meiner Meinung nach, wirklich geschmacklosen Witz applaudieren.

Ich kann meinen Ärger nicht unterdrücken und schnauze ihn sofort giftig an.

"Klappe, Gojo!", und verpasse ihm unter dem Tisch als passende Beilage noch einen gewichtigen Tritt gegen das Schienbein...

"Spinnst du, du stinkender Priester?!", zischt Gojo nach einem kurzen Aufschrei empört und reibt sich das schmerzende Schienbein.

"Halt die Klappe, sagte ich!", zische ich ihm zu. Geschieht ihm nur Recht!

"Du dreckiger, kleiner..."

"Na na, wer wird denn gleich streiten?", wirft Hakkai scheinheilig ein und presst Gojo eine Hand vor den Mund bevor dieser seine mir geltende Beschimpfung beenden kann.

Ich drehe meinen Kopf zur Seite und ignoriere das Ganze. Genüsslich ziehe ich ein letztes Mal an meiner Zigarette, bevor ich sie in dem Aschenbecher, der auf dem Tisch steht, ausdrücke, und fange an, die vor mir liegenden Karten in meine Hand zu sortieren. Scheint gar nicht so übel zu sein, dieses Blatt. Damit besiege ich Gojo locker! Dieser murrt nur vor sich hin. Hakkai hat ihn inzwischen losgelassen und die beiden sehen sich ebenfalls ihre Karten an.

"Hm... Jetzt aber mal ernsthaft... Unser Kleiner schläft? Schon um die Zeit? Ist er krank, oder was? Wir haben ja noch nicht mal zu Abend gegessen!", meint Gojo zu Hakkai gewandt, gekonnt vermeidet er, mich anzusehen.

Ich halte inne. Genau das habe ich mich auch gerade gefragt. Hoffentlich ist Goku nicht krank, er benimmt sich heute wirklich eigenartig... Neugierig, doch darauf bedacht, es nicht all zu auffällig aussehen zu lassen, schiele ich zu Hakkai und warte ebenfalls auf seine Antwort.

"Ach was, ich glaub nicht, dass er krank ist. Und wenn er was zu Essen will kommt er schon von selbst, ihr kennt ihn doch!", lächelt er den Rothaarigen an und wirft mir anschließend einen flüchtigen Blick zu, "Nicht wahr, Sanzo?"

Schnell richte ich meinen Blick auf die Spielkarten in meiner Hand und murmle unverständlich eine Zustimmung. Hakkai ist mir in solchen Sachen haushoch überlegen, das weiß ich. Immer scheint er zu wissen, was wir anderen denken, als könne er unsere Gedanken lesen. Manchmal ist mir das nahezu unheimlich... Ich will nicht, dass er weiß, wie ich mich fühle. Ich will nicht, dass irgendjemand etwas über meine Gefühle weiß, ich verstehe sie ja selbst nicht einmal. Und solange ich nicht weiß, was sie mir vermitteln wollen, werde ich mich hüten, auch nur ein Wort an jemand Außenstehenden zu richten. Das habe ich mir geschworen...

Ein paar Stunden später ist es draußen schwärzer als schwarz. Die Dunkelheit hat die Stadt verschluckt und sie schlafen gelegt. Der Regen dauert immer noch an und weicht den Boden draußen in den Gassen auf. Wirft man einen Blick aus dem Fenster, erkennt man so gut wie gar nichts mehr in dieser Finsternis. Hakkai, Gojo und ich waren vorhin im Speisesaal um unser Abendbrot einzunehmen, Goku hingegen ist nicht erschienen, was mich doch sehr gewundert hat. Es ist schon recht spät, seit dem Essen sitzen wir drei wieder in dem Aufenthaltsraum und spielen, diesmal Mahjong, schon seit etwa drei Stunden. Ich werde langsam müde.

Als das eben laufende Spiel endet, beschließen wir, uns schlafen zu legen und treten so den Weg in den oberen Stock dieses Gebäudes an. Hakkai wünscht Gojo eine Gute Nacht, als dieser in seinem Zimmer verschwindet und biegt in das Zimmer zwei Türen weiter ein.

"Gute Nacht, Sanzo!", flüstert er mir fröhlich zu, natürlich will er niemanden hier wecken.

"Ja ja, dir auch...", murmle ich nur und schlendere weiter über den Parkettboden entlang. Mein Zimmer liegt am Ende des Flures, ein paar Türen weiter von Gokus.

Etwas unschlüssig bleibe ich stehen. Ich ertappe mich dabei, wie ich mit dem Gedanken spiele, noch mal nach dem Kleinen zu sehen, bevor ich mich ins Bett lege, doch mein Stolz ist diesem Gefühl übermächtig und verbannt diesen doch albernen Gedanken sofort wieder aus meinem Kopf. Was hab ich mir auch dabei gedacht? Ich bin doch nicht sein Babysitter! Also gehe ich weiter, öffne die Tür zu meinem Schlafzimmer und schließe sie nahezu lautlos wieder hinter mir.

Nachdem ich mich bettfertig gemacht habe trete ich noch an das kleine Fenster, das zum Hof hinaus führt. Das Wetter will und will einfach nicht besser werden. Hoffentlich verziehen sich die Wolken bis morgen, immerhin haben wir hier heute wertvolle Zeit vertrödelt und müssen schnellstmöglich weiter. Außerdem habe ich wirklich keine Lust, noch einen Tag länger hier zu bleiben.

Ich strecke mich und drehe mich um. Ich lege mich ins Bett und werfe die leichte Decke über mich. Schon bald bin ich eingeschlafen...

Plötzlich schrecke ich auf. Ein Gewitter ist losgebrochen, ich höre draußen den Regen durch die Bäume peitschen und den Wind, heulend wie ein ganzes Rudel wilder Wölfe, durch die Gassen ziehen. Ach so...nichts weiter Schlimmes, es ist nur ein Unwetter. Doch dann höre ich ein leises, zaghaftes Pochen an meiner Zimmertüre. Verärgert über die nächtliche Ruhestörung drehe ich mich murrend in meinem Bett um und stehe schließlich auf. Verschlafen gehe ich zu meiner Zimmertüre aus edlem dunklen Mahagoniholz und drehe am Türknauf. Als ich die Tür öffne und eigentlich vorhabe, den Störenfried anzuschreien und sofort wieder fort zu schicken, bleibe ich etwas verdattert stehen...

Fortsetzung (diesmal ohne Perspektivenwechsel xD also Sanzo erzählt weiter) im nächsten Post
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PostSubject: Re: [GER]Ich würde alles für ihn tun...(Saiyuki, slash)   Sun Apr 13, 2008 4:55 pm

Goku?

"Hey, Sanzo...", meint er leise und sieht mich von unten herauf mit großen Augen an.

Sein weißes Kopfkissen hält er fest umklammert, seine so schon stürmische Frisur sieht noch zerzauster aus vom Schlafen. Er schwitzt und keucht unkontrolliert. Was ist denn los? Ist irgendwas passiert? Geht es ihm nicht gut?

"Was denn?", frage ich mürrisch. Ich will weiterschlafen...

"Ist... ist alles in Ordnung? Ich meine, geht es dir gut? Ist nichts passiert?", fragt mich Goku und mustert mich besorgt von oben bis unten.

"Was? Ja, wieso? Wie kommst du denn darauf? Was soll denn passiert sein?", erwidere ich verwirrt.

"Ähm... naja...", beginnt Goku, scheint aber nicht wirklich die Absicht zu haben, seinen Satz auch zu beenden.

Etwas schüchtern steht er vor mir und weiß nicht, was er sagen soll.

"Hey! Sag schon, was los ist! Bin ich Hellseher?", meine ich verärgert.

"Hörst du... das Gewitter da draußen?", fragt er mich nun, fragend sehe ich ihn an, "Ich... ich bin aus einem Alptraum aufgewacht... und.. dann war da dieses Gewitter und da...."

"... hast du Angst gekriegt?", ich sehe, dass der Kleine leicht zusammenzuckt.

Erwartungsvoll sehe ich ihn an, doch er antwortet nicht. Was ist denn nun los? Hat er Angst, oder nicht? Ist es ihm peinlich? Na ja, meiner Meinung nach braucht man vor Gewittern und Alpträumen ja nun wirklich keine Angst zu haben, aber jeder ist nun einmal verschieden. Jeder hat andere Stärken und andere Schwächen. Und andere Ängste.

"Ich... ", stottert Goku vor sich hin und drückt das Kissen an sich.

"... ja... ich... hab Angst gekriegt...", beendet er seinen Satz.

Ich seufze. Habe ich es mir doch gedacht... Und was will er jetzt hier bei mir? Soll ich die Alpträume verscheuchen? Oder vielleicht unter dem Bett nachsehen, ob sich ein Monster darunter sein Versteck eingerichtet hat?

"Ja... und?", frage ich etwas irritiert.

Goku steht nur vor mir, sein halbes Gesicht in sein Kopfkissen gepresst, nervös von einem Fuß auf den anderen wechselnd und so kleinlaut, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Wo ist sein großes Mundwerk geblieben? Sein Mut, seine Stärke? Kann jemand wirklich solche Angst vor einem Gewitter haben? Im nächsten Augenblick höre ich den nächsten Donnerschlag und kann erkennen, wie Goku ängstlich zusammenzuckt. Der Arme hat tatsächlich Angst vor Gewittern! Warum ist mir das bisher nie aufgefallen? Bis jetzt hatte es ihm doch nicht einmal etwas ausgemacht, wenn wir in unserem Jeep mitten im Wald halten mussten und den niederprasselnden Regen eines Gewitters nur mit einer Plane von uns fern halten konnten?

"Sanzo?"

"Hm?"

"Kann ich... kann ich bei dir bleiben?"

Etwas verwirrt sehe ich Goku an. Der braunhaarige Junge sieht so schüchtern aus, so kindlich, so verletzlich... Er hat Angst... Aber was will er dann bei mir? Meint er, ich kann ihn davor bewahren? Nach ein paar Sekunden Überlegen fällt mir jedoch kein plausibler Grund ein, Goku alleine und verängstigt wieder in sein Zimmer zurück zu schicken. Er will wohl einfach nicht alleine sein...

"Hm... Gut, okay... komm rein...", murmle ich leise und trete einen Schritt zur Seite.

Goku sieht mich groß an. Doch dann fängt er sich schnell wieder und tritt ein. Verunsichert bleibt er mitten im Zimmer stehen. Ich habe inzwischen die Türe wieder verschlossen und mich wieder in mein Bett gelegt. Doch einfach so einschlafen kann ich jetzt nicht. Ich beobachte Goku, wie der Kleine ahnungslos mitten in diesem kleinen Schlafzimmer stehen bleibt und sich nur etwas schüchtern umsieht. Ich denke kurz nach.

"Na los, komm her!", meine ich schließlich mürrisch.

Ich rutsche ein kleines Stück zur Seite, sodass Goku auch noch Platz in meinem Bett finden kann. Er wirft mir erst einen skeptischen Blick vor, dann jedoch scheint er zu verstehen und kommt zögerlich näher. Unter normalen Umständen hätte ich ihm jetzt wahrscheinlich eine verpasst und ihn zum Teufel gejagt, doch ich kann auch im Dunkeln noch sehen, dass dem Jungen blanke Angst ins Gesicht geschrieben steht. Ist das wirklich nur wegen dem Gewitter? Oder hat es etwas mit seinem Alptraum zu tun? Zögerlich tritt er näher, platziert sein eigenes Kopfkissen neben meinem und schlüpft anschließend zu mir unter die Decke. Ich lege mich auf den Rücken und schließe meine Augen sofort wieder.

Wieder ein grell aufleuchtender Blitz, gefolgt von einem ohrenbetäubendem Donner und einem von Angst erfüllten Zucken neben mir. Keine Sekunde später spüre ich etwas Schweres an meiner Seite. Goku hat sich zu mir geflüchtet und vergräbt sein Gesicht nun in meiner Seite. Ich kann sein Zittern förmlich spüren, seine Angst fühlen...

Etwas zaghaft drehe ich mich zu ihm und sehe ihn an. Dann, nach kurzem Zögern lege ich meine Hand auf seinen Kopf und streiche ihm beruhigend über sein weiches braunes Haar. Langsam und zögerlich. Erst ein paar Sekunden später frage ich mich, was zum Teufel ich hier eigentlich mache. Das habe ich vorher noch nie getan! Plötzlich ist mir so komisch... ich kann meine Hand nicht einfach so zurückziehen und tun, als ob nichts wäre, ich kann gar nicht anders, als weiter zu versuchen Goku zu beruhigen. Das ganze macht mich nervös. Nervöser als es mir lieb ist... Warum mache ich mir auf einmal Sorgen um ihn und will nicht, dass er solche Angst hat? Warum nur habe ich jetzt, genau in diesem Moment, gerade das mir unerklärliche Bedürfnis, nett zu sein und dem Kleinen zu helfen und mich um ihn zu kümmern?

Als sich Goku ein kleines Bisschen bewegt und noch ein kleines Stückchen näher rückt, kann ich sein Zittern noch deutlicher spüren. Und seine eiskalten Hände, die sich plötzlich an mich klammern und nicht mehr loslassen wollen, als wäre ich der einzige Felsen in einem tobenden Fluss, der kurz vor dem Wasserfall aus dem Wasser thront. Mein Herz beginnt plötzlich schneller zu schlagen und meine Atmung fällt mir schwerer als sonst. Was ist nur auf einmal mit mir los? Das hier wird mir zwar langsam unheimlich, doch ich habe, aus einem mir unerfindlichen Grund, nicht den Wunsch, mich gegen diese Gefühle zu wehren...

"Sshh Goku... es passiert dir ja nichts...", flüstere ich den Kopf zu ihm gedreht und hoffe, ihn dadurch etwas beruhigen zu können.

Gokus heftiges Atmen wird erkennbar ruhiger. Sein klammernder Griff um meine Seite wird lockerer, das Zittern klingt langsam wieder ab.

"Goku? Alles OK? Geht's dir nicht gut?", frage ich etwas besorgt.

Was ist nur auf einmal mit mir los? So einfühlsam kenne ich mich ja gar nicht...

"Ich... es... es geht schon...", stammelt der Braunhaarige, "Kann ich... kann ich für heute Nacht... wirklich hier bleiben... so in deiner Nähe, Sanzo?"

Schüchtern und unsicher sieht er mich an, nahezu flehend. Ich kann mich selbst nicht mehr verstehen, meine Gefühle, meine Worte nicht mehr steuern... hätte ich das jemals getan? Wie von selbst schlinge ich meine Arme um Goku. Sein, für seine Stärke, eher schmächtiger Körper fühlt sich mit einem mal so zerbrechlich und schwach an. Immer noch zittert er ein wenig. Ich lasse eine Hand nach oben wandern und lege sie auf seine Wangen. Er scheint ein wenig Fieber zu haben. Ist er etwa krank?

"Sicher... das ist schon in Ordnung", meine ich leise, streiche ihm vorsichtig ein paar schweißnasse Haarsträhnen aus dem Gesicht.

"Schlaf jetzt Goku, dir geht es scheinbar nicht so gut...", ich lockere meinen Griff um den Kleinen und lege mich wieder auf den Rücken.

Etwas schüchtern schmiegt er sich noch näher an mich und ich habe so ein eigenartiges Gefühl im Bauch... Sein Atem wird regelmäßiger. Schläft er? Mir bleibt nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn nach ein paar Sekunden fallen mir die Augen zu und ich schlafe tief und fest bis zum nächsten Morgen. Nicht einmal den lauten Donner kann ich hören. Mich umgibt einzig und allein Stille...

Ende?
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