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 [GER]A vow on eternity

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Alphares

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PostSubject: [GER]A vow on eternity   Thu Apr 10, 2008 1:13 am

Title: A vow on eternity
Author: Alphares
Rating: PG-13
Warnings: violence (mild), hierarchic views,
A/N: I just love the old japanese culture. Edo is my land baby. But back to the story.
Once a character just popped into my head and since then I always saw different scenes from this long past epoque.
After some time I started writing and well, here we have what I started.

Chapter 1: Midnight Happening

Die Sonne hatte sich längst über den Kirschhain gesenkt und tauchte diesen in einen Fluss aus dunklem Rot bis hin zu schattigem Blau. Jedes einzelne Blütenblatt glich einem Chamäleon das seine Farbe an seine Umgebung anpasste, beständig und dennoch im Verborgenen. Leise Windstöße wehten durch die schmalen Gassen des Hains und zogen eine Spur aus Blättern mit sich nach. Das Gras tänzelte im sanften Schwung der Bö und erstickte die vorsichtigen Schritte der jungen Frau, die zu dieser Stunde über das Meer aus rotgelblichen Halmen hinweg ging. Jeder Schritt federte auf dem Gras, gerade so, als ginge sie auf Federn. Nachdenklich pflückte sie einen Zweig vom Baum, schnupperte kurz an den Blüten und ließ deren süßen Duft tief in sich wirken. Ein leichtes Schmunzeln wanderte über ihre Lippen ehe sie den einzelnen Blättern einen Tanz im Wind spendete. Mit einer geschickten Bewegung sank sie in die Hocke um den Zweig auf dem Boden zu platzieren. Zufrieden mit ihrer Tat machte sie sich wieder auf ihren Weg durch den Hain.
Ehe sie diesen doch verlassen konnte, machte sie der zuvor abgelegte Baumsprössling mit einem Knacken auf etwas aufmerksam. Ruckartig wandte sich die junge Frau um nur um genau das zu erspähen, was sie nun am allerwenigsten brauchen konnte. Landstreicher.
Vorsichtig trat sie einen Schritt zurück während sich einer der Gruppe auf sie zu bewegte. Ein finsteres, fast schon berechnendes Grinsen lag auf dessen Lippen, welches keinen Zweifel an seinem Vorhaben aufkommen ließ.
„So spät noch alleine unterwegs? Wisst ihr denn nicht, dass so etwas gefährlich ist?“, raunte dieser in fast schon süßlicher Manier.
„Sagt bloß ihr wiegt euch in Sicherheit nur weil ihr ein Katana bei euch tragt…“, fuhr er fort, als sie keine Antwort gab und deutete auf das, in feinem Stoff eingewickelte, lange Katana, dass sie mit einem Gurt an der Schulter befestigt hatte.
„Ihr irrt euch mein Herr. Ich bin noch nicht im Schwertkampf bewandert“ Ihre Stimme war hell, fast schon wie ein Gesang doch hielt sie den Blick nach unten gerichtet.
„Schleppt ein Schwert mit sich rum, kann damit nicht umgehen und hält sich um diese Uhrzeit auch noch alleine hier draußen auf. Könnte uns etwas Schöneres passieren. Nur sie und wir, allein…“
Ein kurzer Impuls zuckte durch den Blick ihres vermeintlich wehrlosen Gegenübers als dieses den Kopf anhob. Ihr sonst so freundliches Schmunzeln wandelte sich in ein breites Grinsen.
„…allein?........ Wann habe ich gesagt dass ich allein bin?“, raunte sie in einen Windstoß als dieser ein markerschütterndes Gebrüll durch den Hain trug. Aus dem Schatten hinter ihr schob sich langsam eine massive Pfote. Blaugrüne Ballen, türkise Klauen, smaragdgrünes Fell dass in lange gelbliche Strähnen überging wurden abgeschlossen von einem glänzenden Goldring. Die Landstreicher richteten ihre Waffe in Richtung der Kreatur, die sich langsam in voller Größe hinter ihr präsentierte. Gemächlich schritt das Tier an ihre Seite in das Mondlicht. Das Fell trug schwarze Streifen, endete an den Schultern in lila anmutenden Rauch bis Fell.
Es glich einer Mischung aus Hund und Tiger mit einer Schulterhöhe, die fast bis zur Brust der jungen Frau reichte. Es erhob den Schädel auf volle Höhe und offenbarte ihren Gegner seinen Furcht einflößenden Anblick. Seine leuchtend gelben Augen fixierend auf die Gruppe geheftet ließ es ein leises Fauchen bis Knurren von sich hören ehe dieses durch ein lautstarkes Zischeln unterbrochen wurde. Aus dem Schatten hob sich der Kopf einer dunkelgrünen Schlange.
Den Angreifern wurde erst viel zu spät klar, dass die Schlange kein weiteres Tier war sondern der Schweif des riesigen Monsters, wessen gerade die Seite seiner Herrin säumte.
„W..Was zum Teufel“, entfuhr es einem der Truppe ehe die anderen jede Waffe packten, die sie nur bei sich hatten. Die junge Frau strich ihrem monströsen Begleiter durch das dichte Kehlfell und raunte: „Ihr habt wohl noch nie einen Hybriden aus einer Nue und einem Fu gesehen, nicht wahr?“ Ein finsterer Hauch lag in ihrer Stimme. Die Kreatur neben ihr schien jeden Muskel im Körper anzuspannen, bereit sich auf ihre Gegner zu stürzen. Der Schlangenschweif zischelte wütend auf während die Lefzen weiterhin in Aggressivität und Angriffslust zuckten.
Der erste der Landstreicher streckte die Waffen hin und wandte sich zur Flucht. Regelrecht wie vom Jagdtrieb übermannt setzte das Tier nach vorne um ihm mit unglaublichem Tempo hinterher zu jagen
Ein mächtiger Sprung war genug um den, im Vergleich zur Größe des Tieres, kleinen Menschen niederzureißen. Dennoch war es nicht der Tod, den die Kreatur diesem Banditen schenkte. Mit seinen breiten Pfoten drückte es seine Beute ins Gras. Sein Kopf wandte sich zu seiner Herrin, abwartend was zu tun sei.
„Nun, denkt ihr noch immer ich sei allein?“, murmelte sie leise während ihr Blick fast schon mitleidig wegen der Dummheit ihres Gegenübers auf dem vermeintlichen Anführer der Truppe ruhte.
Dieser schien jedoch seine Angst relativ schnell zu verlieren. Ein Anschwung von Übermut und fast schon Größenwahn lag in seinem Auge. „Nein denke ich nicht aber was will ich mehr. Ein teures Schwert, eine Kreatur die in Einzelteilen ein Vermögen wert ist und eine billige aber hübsche Hure….“
Mit einer schnellen Bewegung riss er einen starken Eisenbogen vom Rücken den er innerhalb von Sekunden mit einem Pfeil bespannte. Vom ersten Schuss aufgejagt, welcher nur wenige Zentimeter am Kopf des Tieres vorbeizischte, sprang dieses in hohem Bogen zurück und verharrte geduckt in Position. Die anderen nutzten den Augenblick sofort um sich in eine bessere Position zu bringen und das Beste aus der Situation herauszuschlagen. Das Knurren der Bestie wurde deutlich lauter und unnatürlicher. Gelbgrüner Geifer rann ihm aus dem mit scharfen Zähnen bewehrten Maul während ihre Augen regelrecht bernsteingleich leuchteten.
„Schnappt euch das Mädchen! Die Nue oder was auch immer gehört mir….“
Der Bogen straffte sich erneut als er den Kopf des Tiers ins Visier nahm. Ruhige Hand und ein scharfer Pfeil würden ihn schon ans Ziel bringen als ohne jegliche Vorwarnung seine vermeintliche Beute lospreschte. Der Schuss löste sich, zischte deutlich hörbar durch den Nachtwind und verfehlte den Kopf des Tieres, was gerade zum Sprung über seinen Angreifer hinweg gesetzt hatte. Stattdessen fraß er sich tief in die Schulterknochen sodass es etwas holprig auf den Vorderpfoten landete. Noch ehe eine Schwertschneide das grüne Fell der Kreatur erwischte schlüpfte diese unter den Beinen seiner Herrin hindurch und nahm sie auf ihren Rücken. Reflexartig klammerte sie sich im gelbgrünen Nackenfell fest um im schnellen Lauf nicht abgeworfen zu werden. Begleitet von tief fliegenden Pfeilen und dem Gebrüll der Gegner schoss das ungleiche Gespann durch den Kirschhain.
Mit der Zeit ertastete ihre Hand das feuchte, verklebte Fell im Schulterbereich des etwas ungewöhnlichen Reittiers. „Wir brauchen einen Unterschlupf und das schnellstmöglich….“, flüsterte sie in das ausgefranste Ohr des Tiers während dieses unnachgiebig den restlichen Pfeilen auswich und sie weit aus dem Kirschhain führte.
Sie liefen einige Zeit ehe ihr Gefährte im Lauf zusammenbrach und hechelnd im Gras liegen blieb. Schnellstmöglich kletterte sie von dessen Rücken und nahm den Schädel des Tiers auf ihren Schoß.
Ihr Blick raste angespannt durch die Umgebung auf der Suche nach einem Unterschlupf. Ihr feines Gehör offenbarte ihr, dass ihre Gegner nicht lange auf sich warten ließen. „Nur noch ein paar Meter……bitte“ Ein leiser, fast erstickter, katzenartiger Laut war die einzige Reaktion.


Last edited by Alphares on Thu Apr 10, 2008 1:16 am; edited 1 time in total
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PostSubject: Re: [GER]A vow on eternity   Thu Apr 10, 2008 1:13 am

Chapter 2: A look into the past

Eine blutige Spur durchzog das niedere Gras der Ebene. Nicht Rot sondern ein sonderbarer Grünton bedeckte das dunkle Grün der Grashalme die, vom Mondlicht erhellt und vom Wind getrieben hin und her schwankten. Mit ganzer Kraft presste sich die junge Frau gegen den Körper des Tiers um es irgendwie auf den Beinen zu halten. Einige Zeit war schon vergangen und sie hatten ihre Verfolger bereits hinter sich gelassen doch das hielt sie nicht auf einen sicheren Platz für sich und ihren Begleiter zu suchen. Lange Minuten des Marsches zogen ins Land ehe sie endlich ein altes Kloster erspähte.
„Halt durch. Da vorn ist unsere Zuflucht mein Freund….“, raunte sie leise ehe sie die Kreatur zum Eingang führte. Die Treppen hoch schienen elendiglich lang und ihr Kamerad machte es ihr auch nicht gerade leicht da er immer wieder zusammensackte. Einer der Mönche näherte sich im dumpfen Mondlicht und erschrak so heftig, dass er fast die Fackel zu Boden warf.
„Bitte habt keine Angst! Wir brauchen eure Hilfe“, flehte sie ehe der Mönch noch flüchten konnte.
Verwundert musterte sie den Blick des Geistlichen. Es war nicht Angst, was sie darin las. Es war pure Überraschung bis hin zu Freude.
„Wie könnte ich Angst vor euch haben da ihr uns unseren Wächter zurückbringt.“, antwortete dieser ehe er zurück ins Kloster eilte um Hilfe zu holen. „Unseren Wächter..??“, wiederholte sie leise während ihr Blick fragend auf ihrem Begleiter ruhte.

Der schwache Schein der Kerzen erhellte den großen Raum, der den Mönchen zur Zusammenkunft diente. Im hinteren Teil lag die Kreatur, einen straffen Verband um die Schultern tragend. Die nebelartigen Fellteile flatterten leise wie Rauch im Wind obwohl es absolut windstill war. Der mächtige Körper hatte sich zur Ruhe gelegt. Sein massiver Kopf ruhte auf den Vorderpfoten und seine sonst so glühenden Augen waren geschlossen. Die junge Herrin des Tiers saß in seiner zusammengerollten Erscheinung und lehnte sich gegen den Torso der Kreatur. Alle Mönche des Klosters waren vor den beiden versammelt und musterten das ungleiche Gespann.
„Sagt, was meintet ihr vorhin mit der Wächtergeschichte?“, fragte sie die faszinierte Runde.
Einer der Mönche rückte vor und ließ sich vor den beiden auf die Knie nieder. Leise räusperte sich der ältere Mann ehe er zu erklären anfing. „Nun ja vor Jahren ist uns unser zweiter Fu am Eingang abhanden gekommen. Er war eines Morgens einfach verschwunden. Als wir euren Begleiter sahen, dachten wir der erwürdige Wächter wäre zurückgekehrt. Entschuldigt bitte.“
Ihr junger Gast blickte zu ihrem Gefährten. Wäre nicht die Hälfte Nue in der Kreatur, hätten die Mönche allen Grund dazu so zu denken.
„Aber bitte verratet uns, wie könnt ihr so ein heiliges Tier kontrollieren?“
„Nun ich kontrolliere es nicht mein ehrwürdiger Mönch. Er begleitet mich nur auf meinen Reisen so wie ich ihn durch seine unzähligen Leben begleite.“ Die Geistlichen blickten fragend in die Runde als verstünden sie nicht, worum es gerade ging. „Entschuldigt meine Neugier aber, was meint ihr damit?“
Die Frau strich sich einige Strähnen aus dem Gesicht. „Es ist eine lange Geschichte die ihr vielleicht nicht hören wollt. Ich wäre aber gerne bereit sie euch zu erzählen wenn ihr es so wünscht…“
Die Mönche nickten fast einstimmig bei ihren Worten. Geschichten und Legenden waren ihr Fachgebiet und wenn es eine neue zu hören gab waren sie die Letzten die nein sagten.
„Dann hört gut zu……“
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PostSubject: Re: [GER]A vow on eternity   Thu Apr 10, 2008 1:14 am

Chapter 3: Silent reflection

Die Sonne hatte sich gerade über die Brüstung des Hofs erhoben als ein lautes Donnern den Weg durch das Tal hinauf zum Anwesen machte. Die Armee des Gutsherrn war aus einer Schlacht um die anliegenden Gebiete zurückgekehrt und ihre Zahl verriet, dass sie wohl siegreich gewesen sein mussten. Kaum hatten sie die Tore in den Innenhof passiert wurden sie erfreut von ihrem Herrn begrüßt. Ihr Truppenführer schob sich von seinem Ross und schritt zu seinem Herren. Respektzollenden sank er auf die Knie und wandte den Blick zu Boden.
„Ich hoffe doch ihr bringt mir gute Nachrichten Feldherr“, sprach der Alte in ernstem Ton. Eine Niederlage erwartete er nicht doch würde er diese auch nicht ungeschoren durchgehen lassen.
Sein Untergebener schüttelte nur kurz mit dem Kopf. „Nein mein Herr. Die gegnerischen Truppen sind vollständig…..ausgelöscht….“, antwortete dieser leise, vom Ritt und Kriegsgeschehen geschwächt.
„Wunderbar! Endlich gehören die Ländereien am Fluss mir….“, schwärmte dieser, sich um die Belange seiner Leute nicht kümmernd, während er zurück in seine Gemächer schritt.
Seufzend drückte sich sein Feldherr auf die Beine. Die Rüstungsplatten auf seinem Körper schepperten und ächzten vom mangelnden Öl und den unzähligen Brüchen. Die weiteren Untergebenen des Herrn hatten sich zusammengefunden um die siegreichen Kämpfer Willkommen zu heißen. Sogar die Dorfbewohner hatten sich an den Toren versammelt. Mit einem leisen Klicken schnappte der Kinnriemen auf sodass er seinen Helm endlich abnehmen konnte. Ein Schwall aus langem, schwarzem Haar, das an den Spitzen mit weiß gesäumt war, fiel über den Rücken des Truppenführers. Leise die Luft ausstoßend wischte er sich den Schweiß von der Stirn und richtete sich die längeren Strähnen in seinem Gesicht. Ehe er sich noch zu seiner Truppe wenden konnte schallte es schon lautstark hinter ihm. „FUNURI-SAMA!!!“ Fast wie aus einem Mund kreischten ihm wohl bekannte Frauenstimmen auf. Etwas erschöpft blickte er über die Schulter zurück als der Haufen auf ihn zu lief um ihn freudig zu begrüßen. Ihm schien es fast schon als hätte er einen Haufen schwanzwedelnder Welpen vor sich. Mit einer kleinen Geste verabschiedete er sich und verschwand in das Hauptgebäude. Er musste zugeben, er hatte sich das selbst zu verdanken aber nun ja, das schien es wert gewesen zu sein. Kaum in seinen Räumlichkeiten ließ er den Helm auf einem kleinen Schrank nieder. Die Rüstung schepperte als er sich auf den Boden fallen ließ. So gut er es auch verbergen konnte, die Schlacht war auch an ihm nicht einfach so vorbeigegangen. Schwerfällig kämpfte er sich aus den schützenden Gewändern. Die Wunden hatten längst das Untergewand blutig rot getränkt. Erschöpft blieb er in den blutigen Fetzen am Rücken liegen, den Blick abwesend auf die Decke fixiert. Ihm war der Kampf deutlich zu wider gewesen aber als Samurai und Truppenführer des Herrn hatte er keine andere Wahl. Durch Blutverlust und Schlächterei geschwächt kämpfte er mit einer drohenden Ohnmacht, welche sich auch nach kurzer Zeit als Sieger herausstellte. Das Letzte das er vernahm, war ein leises Klopfen an seiner Tür ehe die Schwärze sich seiner Sinne bemächtigte.
Es war bereits wieder Abend geworden als seine Augen auf der Suche nach Licht in all der Schwärze sich langsam öffneten. Nebel lichtete sich und offenbarte ihm seinen Besucher, der die ganze Zeit an seiner Seite gesessen haben musste. Seine Augen weiteten sich als er bemerkte wen er da vor sich hatte. Bereit sich sofort in die für seine Herrin angebrachte Position zu bringen wollte ihr treuer Krieger schon aufstehen doch sie hielt ihn mit einem einzigen Zeichen der Hand zu Boden. „Was verschafft mir die Ehre….“, raunte er stattdessen, den Blick wie es sich gehörte abgewandt.
Geschmeidig fast wie Bambus im Wind lehnte sich sein Gegenüber zu ihm und schmunzelte. Ihre fein geschwungenen Lippen waren bestrichen mit einem feinen Staub aus Rot und Rosatönen. Ihre Haut, schneeweiß, schien dem Mond in seinem Strahlen jeglichen Glanz nehmen zu wollen.
„Ich kümmere mich nur persönlich um das Wohlergehen meiner Untergebenen“ Ihre klare Stimme war jedem Zauber gleich, bannend und faszinierend zu gleich.
„Was führt euch wirklich her……“ Funuri mochte zwar nur ihr Untergebener sein, doch keinesfalls blind für die wahren Belange seiner Herrin. Sie war nur die Gefährtin seines Herrn sein doch behandelte er sie fast so, als wäre sie ihm gleichgestellt. „Das werdet ihr noch früh genug sehen junger Samurai. Und ihr solltet euch beeilen, euer Herr erwartet euch….“ Mit diesen Worten verabschiedete sie sich, fast wie eine er geistlichen Erscheinungen die des Nachts Friedhöfe säumten. Schwerfällig brachte er sich in eine aufrechte Position ehe er merkte, dass seine Wunden nicht mehr schmerzten. Er riss den Ärmel des Kimonos zurück und betrachtete den langen Schnitt, der sich über den linken Unterarm zog. Dieser war nicht verheilt aber er schien gesäubert und desinfiziert zu sein. Im Stillen bedankte er sich für die Hilfe ehe er sich auf die Beine drückte und frische Gewänder anlegte. Durch eine Wunde, die sich vom linken inneren Oberschenkel über bis zum Bauchnabel zog, etwas eingeschränkt schwankte er in den Hauptsaal, in dem sein Herr immer residierte. Schweigend trat er ein und kniete vor dem Podest seines Gebieters nieder. Dieser schien ihn im Moment noch nicht einmal zu bemerken und scherte sich nur darum, wo sein, um ihn zu zitieren, Miststück von Frau, schon wieder zu sein schien. So treu er seinem Herrn auch sein mochte, dies waren definitiv Worte die der Samurai über alle Maßen hasste besonders wo sein Weib doch eine so barmherzige und gutmütige Frau war. Plötzlich fiel der Blick seines Herrn auf ihn und er verriet definitiv nichts Gutes. Schnellstmöglich wandte er seine Augen ab, versuchte so ruhig zu bleiben wie es ihm in dem Zustand möglich war.
„Sag Funuri du hast nicht zufällig meine Frau irgendwo gesehen? Sie schien den ganzen Tag wie vom Erdboden verschluckt.“ Langsam schritt er hinab zu seinem Untergebenen, welcher nun gerade mal wenige Zentimeter vor ihm auf dem Boden hockte. „Doch mein Herr, sie war vor kurzem bei mir um mir die Nachricht zu überbringen, dass ihr mich sehen wollt.“, antwortete er so ehrlich wie er an den Fakten konnte.
Einige Zeit schwieg sein Gegenüber als plötzlich ein lautes Krachen aus Holz und Metall den Raum säumte. Der schwere Fächer seines Herrn hatte sein Gesicht getroffen doch schwankte er kein Stück, behielt den Blick weiterhin auf den Boden gerichtet ohne sich zu bewegen.
„Und das soll ich euch glauben? Funuri Akuchi ihr seid es doch, der hier für sein schwaches Herz für Frauen bekannt seid! Warum sollte ich einem notgeilen Tier wie euch Glauben schenken? Ihr mögt zwar ein ausgezeichneter Samurai sein aber was eure Beherrschung und euren Anstand angeht habt ihr diese wohl mit eurer Ehre im Sake ersoffen! Würde ich euch nicht brauchen dann….“
„Nun hört endlich auf. Ihn trifft keine Schuld….“ Dieselbe liebliche Stimme die ihren Untergebenen schon zuvor aus der Ohnmacht gerissen hatte erfüllte wieder sein Ohr. Seine Herrin schritt zu an ihm vorbei und zu ihrem Gemahl um die Situation zu lindern und Aufklärung zu schaffen. Durch einige Tropfen Blut, die auf den hölzernen Boden tropften, wieder aus seiner Abwesenheit gerissen wandte sich der Samurai erneut an seinen Herrn. „Mein Herr, ihr habt vorhin nach mir verlangt….“, fragte er erneut.
Dieser drehte sich genervt zu ihm um. „Ihr seid abkommandiert. Ab heute werdet ihr die private Leibwache meiner Tochter. Ihr wisst was das bedeutet, nicht wahr?“ Er hielt sich kurz doch seine Worte ließen keinen Zweifel was passieren würde, wenn er sich einen Fehler erlaubte. Mit einem zustimmenden Nicken richtete sich Funuri wieder auf um den Raum zu verlassen. Er bemerkte die blutige Spur nicht, die sich über sein Gesicht zog. Der Fächer hatte sich in die bereits bestehende Wunde über den Nasenrücken gefressen und diese weiter aufgerissen. Ruhig wie so oft nach diesen Ausartungen seines Gebieters schritt er zurück in seine Räumlichkeiten. Alles wonach er sich jetzt sehnte war Ruhe, Zuneigung, einfach jemanden der ihm einen Grund gab um wieder glauben zu können, die Welt sei gerecht.
Zu seinem Unglück waren diese letzten Dinge einem Samurai verwehrt.
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PostSubject: Re: [GER]A vow on eternity   Thu Apr 10, 2008 1:17 am

Chapter 4: A new task

Kaum dass der Morgen graute machte sich Funuri auf den Weg ins Gemach seines neuen Schützlings. Er ließ ein leises Klopfen ertönen als er sich an den Türrahmen lehnte. Ein sanftes, gerauntes „Tretet ein“ führte ihn ins Innere des kleinen Raumes, welcher eher einer Kammer als dem Gemach der Tochter des Herrn aussah. Ihm waren Gerüchte zu Ohren gekommen, über die Gestalt und das Aussehen der ehrwürdigen Dame. Ebenfalls hieß es, dass sie in diesem Raum bleiben müsste und weder Mutter noch Vater sah. 18 Jahre musste dies nun schon her sein. Nur Geschichten hatte er bis jetzt gehört und nun stand er selbst vor ihr. Beherrscht, wie es sich für ihn gehörte, trat er ein und sank, den Blick abgewandt, vor ihr in die Knie. „Euer Vater schickt mich. Ab heute bin ich eure persönliche Leibwache.“
Die grünen Augen des Mädchens gingen fast über vor Freude. Nicht nur, dass sie jemanden zu Gesicht bekam und zum Reden hatte sondern auch endlich Gesellschaft. Ihr war durchaus klar, dass ihre Ausbruchsversuche somit ein Ende hatten aber vielleicht konnte ihr ihr neuer Untergebener Einiges von der Welt da draußen erzählen.
„Mit wem habe ich die Ehre?“, fragte die junge Dame als sie sich neugierig vor dem Samurai in die Hocke begab. Er erhob seinen Kopf, wollte gerade antworten als sie sein Gesicht in beide Hände nahm. „Ihr blutet ja. Lasst mich euch helfen.“ Noch bevor er antworten konnte riss sie sich einen Fetzen aus ihrem Kimono und presste diesen auf den Riss über seinem Nasenrücken. Verdattert wich er zurück worauf sie erst recht darauf drückte. „Nun haltet doch still!“, mahnte sie ihn als auch die letzten Rinnsale an Blut von seiner Haut entfernt waren. „A…Arigatou…..Herrin..“, raunte dieser etwas kleinlaut. „Lasst das Herrin weg Samurai. Nennt mich einfach Minariko.“ „Wie ihr wünscht.“ Nun endlich war er so weit, dass er den Blick anhob und ihre Augen musterte. Smaragdenes Grün gesäumt von schwarzroten Strähnen und eine Haut, so weiß und fein wie die ihrer Mutter. „Sagt, was starrt ihr mich so an? Sehe ich so hässlich aus?“ Amüsiert kicherte sie, während sie sich in eine aufrechte Position drückte. „Keinesfalls mein He…ehm, Minariko-sama…“ „Hach, ihr werdet es nie lernen Samurai.“, raunte sie als sie zu dem kleinen Fenster schritt, welches freien Blick in den Hof gewährte. Sie lauschte mit ihrem feinen Gehör den Gesprächen des Hofes als sie durch das Rascheln seines Gewandes aufmerksam wurde. Funuri hatte sich wieder auf volle Größe erhoben und musterte sie nun. „Es stimmt also was man sich über euch erzählt“ Minariko wandte sich zu ihm und seufzte leicht. „Warum denkt ihr wohl, dass mein Vater mich hier gefangen hält. Ich bin was ich bin auch wenn die ganze Welt nie erfahren darf, was das ist.“ Funuris sonst so berechnend kalte Erscheinung wich für einen Moment als er ihre Traurigkeit verspürte. Nicht Vieles gab es auf erden, dass ihn aus der Fassung bringen konnte aber tiefe Trauer einer Frau die sich nichts sehnlicher wünschte als Freiheit war genug dafür. „Was würdet ihr sagen, wenn ich euch Dinge von draußen mitbrächte?“ Für einen Augenblick flackerte wieder Freude durch ihre Augen. „Im Ernst? Schwört ihr es mir Samurai?“
„Ich, Funuri Akuchi, schwöre es euch Minariko-sama.“ Sie wollte schon zu einem heftigen, zustimmenden Nicken ansetzen als sie realisierte, wen sie da vor sich hatte. „Moment, ihr seid also Funuri?“ Zustimmend nickte dieser während sie sich das Geschwätz der ganzen Weiber am Hof durch den Kopf gehen ließ. „Was wollt ihr dann als Gegenleistung für eure Müh?“, fragte sie etwas ernsthafter als zuvor. „Nichts, außer eure Freude!“ „Meine Freude mit euch meint ihr wohl“, entgegnete sie aufgebracht. „Denkt ihr nur weil ich hier drinnen lebe kriege ich nicht das Getratsche der Zofen und Hofweiber mit? Wenn das euer Preis ist dann geht mir aus den Augen….“
Noch ehe er Etwas erwidern konnte, bedeutete sie ihn nach draußen.
Seine Mimik änderte sich schlagartig in eine solch undefinierbare Maske, die weder mit Wut noch mit Trauer zu erklären war. Dies war nun wirklich nicht wie er sich die Rückkehr als siegreicher Kriegsherr vorgestellt hatte. Außer verletzt, gedemütigt und auf seine Makel hingewiesen ist ihm ja noch nicht viel Gutes passiert. „Wie ihr wünscht…..Herrin“, raunte er teilnahmslos wie immer und verließ ihr Gemach.
Leise seufzend ließ sich die junge Frau auf den hölzernen Boden sinken und umklammerte das zerrissene Stück ihres Kimonos. Was sie gehört hatte, bestärkte ihre Reaktion doch sagte ihr Gefühl, dass diese Handlung falsch war. Sie fürchtete ihre Härte mochte nun ein weiteres Zusammensein zur Qual machen doch war sie unsicher, ob dieser Fehler zu tilgen war.
Ruhig wie schon zuvor zog sich der Samurai auf einen seiner Lieblingsplätze zurück, den Wächterhunden vor dem Tor. Funuri lehnte neben dem rechten und steckte sich in aller Ruhe eine Pfeife an. Blaugraue Rauchschwaden kämpften sich in die Höhe und verbreiteten einen herben Duft in der Umgebung. Ihre Worte schmerzten nicht obgleich ihrer Wahrheit sondern da sie dacht, er würde dies nur als Mittel zum Zweck nehmen. Niemals, für nichts in der Welt, hätte er zu so einem Mittel gegriffen. Seine Beherrschung schien für einen Moment zu schwinden als ein dunkles Knurren aus seiner Kehle drang. Nein, er hatte kein Recht sich gegen seinen Herrn und dessen Familie aufzulehnen. Nicht heute und auch nicht morgen. So beherrscht und ruhig es ging überlegte er, wie er dieser Situation Herr werden konnte. Nach etlicher Grübelei erhob sich der Samurai jedoch und schritt in die nahe gelegene Stadt, die er bis zum Morgengrauen nicht verlassen sollte.

Ein erneutes lautes Klopfen riss die junge Frau aus dem Schlaf ehe sie erschrocken die Decke vor sich riss und zurückkletterte. Das fahle Licht der ersten Sonnenstrahlen umsäumte die Kontur des Samurais, welcher diesmal nicht auf ihr Herein gewartet hatte. Ihre feine Nase verriet ihr, dass Sake in der Luft hang und ihrer Meinung nichts Gutes verhieß. Ein lautes Scheppern ließ sie zusammenzucken als ein kleiner Samtbeutel auf dem Boden aufprallte und ihr der Inhalt entgegenrollte. Perlen, Steine, Blätter ja sogar Knochen und Gräser sowie Erde in verschiedenen Flaschen kullerten heraus. Ihre Vorsicht vergessend sprang sie aus der Decke zu all den vielen Sachen. Freudig musterte sie diese. Sie hob den Kopf um sich bei ihm zu Bedanken doch verstummte sie sofort. Ihre Augen trafen seine in einer unglaublichen Härte, wie als wäre jedes Gefühl abgestorben. Die junge Frau wusste weder ein noch aus als sie bemerkte, was wohl seine Reaktion ausgelöst haben mochte. Verbissen haderte sie mit sich rum, zog sogar in Erwägung, den ihr geglaubten Preis zu zahlen als sich seine schweren Schritte aus dem Zimmer entfernten, ohne ein Wort oder eine Verabschiedung. Leicht zittrig hielt sie ein Fläschchen Erde umklammert während sie ihm nachblickte.
„Habt dank, Funuri-san…..“
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PostSubject: Re: [GER]A vow on eternity   Thu Apr 10, 2008 1:18 am

Chapter 5: Good Morning Call

Langsam erhob sich die Sonne zu ihrem Höchststand und kündete die Mittagszeit am Hofe des Fürsten an. Jeder lief geschäftig durch die Gegend um das Mahl des Herrn vorzubereiten. Ein sachtes Kitzeln in der Nase brachte den Samurai zum Niesen, welcher wohl auf halben Weg zurück in seine Gemächer einfach in den Stallungen umgekippt war. Über ihm stand eine ihm durchaus bekannte Person die sich einen Spaß zu machen schien, ihn mit einem Strohhalm wach zu kitzeln. Begleitet von einem herzhaften Gähnen öffnete er die Augen, ein schelmisches Grinsen auf seinen Lippen.
„Du könntest ruhig öfter so über mir stehen….“, raunte er als er neckisch den Kimono der jungen Zofe hochhob. Diese wiederum zögerte nicht lange und zog ihm gezielt den Reisigbesen übers Gesicht ehe sie sich losriss. „Du spinnst wohl Fu! Nicht nur, dass du den ganzen Tag verpennst und man den Gestank von Sake über den ganzen Hof merkt, nein, bei deinem Geschnarche dachte ich schon eines der Pferde würde verenden!!“ Funuri streckte sich genüsslich im Stroh ehe er bequem wie immer die Arme hinter dem Kopf verschränkte. Ein anzügliches Blitzen war kurz in seinem Blick zu sehen ehe er die Augen einen Moment schloss. „Sag, war es nicht der Sake der dich damals zu mir geführt hat? Und war es nicht dein Stöhnen was die Pferde hier im Stall weitaus übertönt hatte? Du solltest lieber darauf achten was du sagst Shi-chan.“ Von Röte gezeichnet wich die junge Frau zurück und hielt den Besen fest umklammert. „Sei still Fu! Muss der ganze Hof davon wissen!!“ „Der ganze Hof?“, ihr Gegenüber brach in schallendes Gelächter aus. „Meine Liebe die ganze Stadt weiß es längst!“
„WAS?!? Du elender……!!“ Wuterfüllt umfasste sie den Feger und setzte zu einem Angriff an. Funuri, durchaus geübt in dieser Art von Attacke setzte zur Seite und blieb in der Hock sitzen. Stroh wirbelte auf, verfing sich im langen Haar und nebelte die Umgebung ein. „Na Na du tust ja fast so, als hätte es dir nicht gefallen.“ Sein breites Schmunzeln brachte sie endgültig zur Weißglut. Mit einer schnellen Bewegung schlüpfte sie aus den unbequemen Schuhen. „Warte ab wenn ich mit dir fertig bin Fu! Du wirst dir wünschen du wärst in der Schlacht verreckt!“, knurrte Shigeko als sie zu einer Jagd durch den ganzen Stall ansetzte. Lautes Wiehern sowie das Scheppern von umstürzenden Gegenständen erfüllte den Hof doch schien es niemanden zu interessieren. Das Wohl des Herrn war wichtiger als ein anscheinend durchgegangenes Ross im Stall.
Nach einer längeren Jagd gab ihr Opfer, getrieben durch Erschöpfung und Schmerz, endgültig auf und ließ sich, Rücken voran, in einen Strohhaufen fallen. Sein Verfolger konnte sich diese Situation natürlich nicht entgehen lassen und setzte mit einem Sprung nach. Stroh stob auf und wandelte sich in einen Regen aus Gold. Anstatt lauten Gebrülls und einer Reiberei war leises Kichern alles, was die junge Frau von sich gab als sie es sich auf ihrer Matratze bequem machte. „Wie war das? Ich würde mir wünschen in der Schlacht gestorben zu sein?“, wiederholte er ihre Worte raunend.
„Ich sagte wenn ich mit dir fertig bin…..“, kam ihre leise Antwort. Noch ehe er ein weiteres seiner Kommentare darauf setzen konnte versiegelte sie seine Worte schon mit einem Kuss.

Die Sonne begann sich bereits wieder zu senken als sich die Lider der blauäugigen Zofe öffneten. Sie musste wohl eingeschlafen sein. Gähnend setzte sie sich auf um sich nach der Person umzusehen, die ihr erneut etwas Abwechslung und Freude beschafft hatte doch alles was sie fand, war das breite Oberteil eines Kimonos, der ihr gerade als Decke diente. Ihr Blick raste von einer Seite zur anderen. Deutlich erzürnt wieder alleine aufgewacht zu sein stieg erneute Wut in ihr hoch.
„FUNURI!!!!“

Ein lautes Niesen drang aus einem der Räume im Obergeschoss des Hofs. Breit grinsend strich sich Funuri über den Nasenrücken. „Auch schon wach Madame?“, murmelte er in sich hinein während er sich eine Schüssel Nudeln gönnte. Spielerisch drehte er die Stäbchen in der Hand umher während er sich noch immer an ihrem Gesicht ergötzte, welches er sich mehr als lebhaft vorstellen konnte.
Kaum fertig mit seinem Mahl strich er sich seine frischen Gewänder zurecht und schritt auf den hölzernen Gang der die Zimmer miteinander verband. Seine so amüsierte und freudige Mimik wich mit jedem Schritt seiner kalten, unberechenbaren Maske die er gewohnt war als Untergebener des Herrn zu tragen. Sein Weg führte ihn wieder zurück zu der kleinen Kammer die als Unterkunft für seine neue Herrin, auch wenn sie es nicht akzeptierte, diente. Höflich wie immer klopfte er an der Tür um auf ein Kommando ihrerseits zu warten. Stille, keine Reaktion. Besorgt um ihr Wohl trat er ein nur um sie schlafend in einer Ecke zu finden. Ein erleichtertes Seufzen entglitt Funuri als er sich nach einer Decke umblickte. Sanft, ohne sie zu wecken, breitete er diese über ihr aus um sie von der Kälte zu schützen. Da ihm aufgetragen war ihr als Leibwache zu dienen ließ er sich unter dem kleinen Fenster zu Boden sinken.

Stunden vergingen ehe sich die junge Herrin rührte, die Seite wechselte und ihn etwas verwirrt anblickte. Nicht Angst oder Abscheu wie die letzten Male spiegelten sich in ihren smaragdgrünen Augen wieder, nur Verwirrung. „Wann seid ihr hereingekommen?“, raunte sie leise.
„Vor Stunden….“ Die Sonne war nun komplett verschwunden und hatte dem Mond ihre Bahn überlassen. Das dämmrige Licht fiel durch das Fenster und umspielte nur die unteren Konturen seinerseits sodass sein Oberkörper im Schatten weilte. Dennoch konnte sie nur zu gut seine goldgrünen Augen sowie die Kontur der weißen Haarspitzen erkennen.
Minariko richtete sich auf und umschlang ihren Körper mit der Decke. Einige Zeit blieb sie schweigend vor ihm sitzen ehe sie sich endlich aufraffte. Anscheinend suchte sie etwas ehe sie zu ihm schritt und vor ihm Platz nahm. Ohne jegliches Wort nahm sie seine linke Hand und striff ihm ein Band über. Regelrecht von der Weichheit ihrer Haut und der sanften Berührung abgelenkt, bemerkte er erst relativ spät was sie ihm da übergab. Goldgelbe Perlen die einen Verlauf ins Orangerote hatten zierten das Band während dazwischen vereinzelt Federn abstanden. Wenn seine Erinnerung ihn nicht täuschte, hatte er ihr gestern diese Utensilien von draußen mitgebracht Etwas überrascht musterte er das Band bis sein Blick den ihren traf. „Für euch Funuri-san. Ich dachte mir ihr könntet einen Glücksbringer brauchen….“ Ein freundliches Lächeln zierte ihr Lippen als sie sich zurücksinken ließ und die Decke um sich schloss. Verwirrt durch ihre Geste blinzelte Funuri mehrmals ehe er seinen Dank aussprechen konnte. Er war es absolut nicht gewohnt irgendeine Art von Geschenk oder Anerkennung zu erhalten, besonders nicht von Personen die er als Herren ansah. Minariko musterte ihn schweigend. Sie brauchte nicht lange um festzustellen was ihn an dieser Tat so verwirrte und es stimmte sie traurig. Ein leises Seufzen entglitt ihr als sie sich fester in die Decke wickelte und den Blick abwand. Ihre drei Schweife, die sie unsichtbar werden lassen konnte, zeichneten sich unter der Decke ab. Mit ihren Ohren war es genauso weshalb sie die Haare immer über die Stelle trug, wo ihre menschlichen waren. Gerüchte über ihr wahres Aussehen säumten oft den Hof doch hatte ihr Gegenüber, welcher sie seit einigen Augenblicken musterte, nie gedacht, dass dies alles die Wahrheit sein konnte. Es war nur ein gewaltiger Unterschied zwischen ihm und den anderen Bediensteten. Er scheute sie nicht aufgrund dieser Äußerlichkeiten. Zu sehr schätzte er ihre Schönheit besonders die ihrer tapferen Seele die sie ihm bereits offenbart hatte. Funuri lehnte sich nach vorne sodass der Mondschimmer über seine schwarzweißen Haare strich und die Kanten seines Kimonos säumte. Sich weder Erschöpfung noch Schmerz anmerken lassend stützte er seine Arme auf den aufgestellten Beinen ab. „Minariko, was habt ihr?“, fragte er leise in die Finsternis hinein. Ruckartig wandte sie sich zu ihm ehe ein breites Lächeln über ihr Gesicht glitt.
Etwas irritiert erwiderte er ihren Blick. „Ihr habt es endlich begriffen, zumindest halbwegs!“, antwortete sie unter einem leisen Kichern. Der Samurai verstand erst einige Zeit später, dass sie die Tatsache meinte, dass er sie ohne Ermahnung nicht als Herrin bezeichnet hatte. Dennoch schwieg er anstatt eines seiner Kommentare darauf abzugeben. Zu sehr erfreute er sich an dem Anblick seine Herrin freudig und amüsiert zu sehen.


(Kleine Info: In Japan glaubt man, dass man grundlos Niesen muss, wenn jemand etwas gegen einen hat/schlecht von einem redet.)


~to be continued/Fortsetzung folgt...
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